Interview mit Christiane Dolva Törnberg von Fjällräven + Gewinnspiel

Interview Fjällräven

Nachhaltigkeit ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema, welches man schon lange nicht mehr nur mit dem Begriff Rohstoffe in Zusammenhang bringt. Auch in Sachen Mode sind einige Marken Pioniere und Vorbilder – so zum Beispiel das skandinavische Unternehmen Fjällräven (übersetzt: Polarfuchs). Christiane Dolva Törnberg, CSR Managerin, gewährt uns im Interview Fjällräven einen exklusiven Blick hinter die Kulissen und spricht über Nachhaltigkeit und die Rolle der Marke in diesem Gebiet. Zusätzlich haben wir noch ein spannendes Gewinnspiel für Sie vorbereitet. Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen!

Wofür steht die Marke Fjällräven und was unterscheidet sie von anderen Marken?

Seit der Gründung von Fjällräven vor über 50 Jahren haben wir immer an unserem Leitgedanken festgehalten: die Entwicklung von Outdoor-Ausrüstung, die Natur hautnah erlebbar macht. Auf diese Weise steht Fjällräven seit 1960 für innovative, funktionale und langlebige Produkte, die Generationen von Outdoor-Fans weltweit schätzen. Dabei spielt die Historie eine ebenso große Rolle wie auch das Thema Nachhaltigkeit. Wir achten in allen Schritten darauf, die Umwelt möglichst wenig zu belasten und verstehen Innovation weniger als Notwendigkeit immer neue Produkte auf den Markt zu bringen als eher Bewährtes besser und nachhaltiger zu gestalten. Dabei geht unsere Verantwortung mit Projekten wie zum Beispiel „Save-the-Artic-Fox“ (zur Rettung des vom Aussterben bedrohten Polarfuchses) weit über unsere Produkte hinaus.

Welche Aufgabe haben Sie bei Fjällräven?

Kurz zusammengefasst bin ich als CSR Manager für Fjällräven dafür verantwortlich, dass Umweltfragen immer an erster Stelle stehen.

Ich beschäftige mich viel mit Entscheidungen über nachhaltiges Wirtschaften, Tierwohl und faire Arbeitsbedingungen. Diese Themen sind alle sehr komplex, da es viele Dinge gleichzeitig zu beachten gilt. Dass meine Aufgabe ganz schön kompliziert sein kann, lässt sich am besten am Thema der Materialauswahl erklären, denn bei der Material- und Rohstoffbeschaffung geht es beispielsweise nicht nur darum ein geeignetes Material zu finden sondern sicherzustellen, dass der Produktionsprozess für das Material selbst, der Verarbeitungsprozess und natürlich das finale Produkt den hohen Standards entspricht. Es gibt sehr viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind, um zu entscheiden welches Material besser für die Umwelt ist. Da gibt es oftmals kein klares Schwarz oder Weiß beziehungsweise gut oder schlecht. So verschlingt beispielsweise der Anbau des natürlichen Rohstoffs Baumwolle ungeheure Mengen an Fläche, Wasser und Chemikalien. Um Chemikalien einzusparen und eine nachhaltige Landwirtschaft sicherzustellen, verwenden wir daher Bio-Baumwolle. Verwendet man statt Baumwolle beispielsweise Polyester, dann braucht man keine großen Anbauflächen. Polyester wird allerdings aus fossilen Brennstoffen hergestellt und ist sehr energieintensiv bei der Herstellung. Also verwenden wir möglichst viel recyceltes Polyester.

Die gesamte Lieferkette zu überblicken und transparent zu gestalten – vom Rohstoff bis zum finalen Produkt – ist sicherlich eine der größten und gleichzeitig wichtigsten Herausforderungen in meinem Job. Ein solches Projekt ist nie abgeschlossen sondern vielmehr ein andauernder Prozess, den es kontinuierlich zu überwachen und optimieren gilt. Meine Aufgaben beziehen sich aber nicht nur darauf unsere Produkte, die Materialauswahl, die Lieferkette und so weiter stets auf größtmögliche Nachhaltigkeit zu trimmen, sondern auch das gesamte Unternehmen in eine gemeinsame, nachhaltige Richtung zu lenken.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie und für die Marke?

Ich komme aus Norwegen und habe dort schon früh gelernt, mich in der Natur zurechtzufinden. Ganz dem Klischee des Norwegers entsprechend schätze ich es sehr, so viel Zeit wie möglich in der freien Natur zu verbringen. Die Natur lag mir also schon immer sehr am Herzen und entsprechend nehmen Nachhaltigkeit, Tierwohl und ein bewusster Konsum auch eine wichtige Rolle in meinem Leben ein. In der Zeit kurz nach meinem Studium der Politikwissenschaft habe ich festgestellt, wie in der Gesellschaft zunehmend Diskussionen und Debatten über Nachhaltigkeit ins Rollen gekommen sind. Das hat bei mir ein Interesse geweckt, mich selbst mit diesem Thema intensiver auseinanderzusetzen und so habe ich mich für einen Master in Sustainable Enterprising an der Universität Stockholm beworben. Heute arbeite ich bei Fjällräven als CSR Managerin und beschäftige mich tagtäglich mit Themen rund um Nachhaltigkeit – ich kann also ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass Nachhaltigkeit in gewisser Weise mein Leben ist.

Das Schöne an meinem Job ist, dass es für das Thema Nachhaltigkeit bei Fjällräven ein aufrichtiges Interesse gibt. Mit dem Credo langlebige Produkte herzustellen ist Umweltbewusstsein quasi ein ureigenes Anliegen der Marke. Schließlich hat die Langlebigkeit eines Produktes den größten Nachhaltigkeitseffekt. Besitzt ein Produkt nämlich eine möglichst lange Lebensdauer, dann muss es nicht durch etwas Neues ersetzt werden. Das spart Ressourcen und vermeidet Müll. Wäre diese Denke und die Liebe zur Natur nicht in der Firmenstruktur und unter den Mitarbeitern fest verankert, wäre auch eine Position wie meine undenkbar. Um das Thema Nachhaltigkeit fest mit den Unternehmenszielen zu verbinden hat Fjällräven im Jahr 2013 The Fjällräven Way eingeführt – eine Initiative, die Richtlinien zur Nachhaltigkeit formuliert. Um den Kurs nie aus den Augen zu verlieren, wurde der Kompass als Symbol für diese Initiative gewählt. Jede Himmelsrichtung stellt einen Bereich unserer Nachhaltigkeitsbemühungen dar: N für Natur und Umwelt, O für Ökonomie und Finanzen, S für Soziale Verantwortung und W für Wohlergehen.

Was waren die letzten großen Projekte, die Fjällräven im Bereich der Nachhaltigkeit umgesetzt hat?

Im letzten Jahr haben wir uns vor allem auf den verstärkten Einsatz von nachhaltigeren Materialien konzentriert. Mit unserer „Preferred Material List“ haben wir neue Bewertungsrichtlinien geschaffen, welche die Auswahl nachhaltiger, ressourcenschonender Materialien vereinfacht. Nachhaltiges Wirtschaften setzt auch Wissen zu Umweltfragen und vor allem ein bewusstes Handeln und Denken voraus. Wir haben daher Workshops, Schulungen und Trainings durchgeführt, um den Wissensaustausch rund um das Thema Nachhaltigkeit zwischen Mitarbeitern, Zulieferern und Handelspartnern zu fördern und sie über unsere Maßnahmen zu informieren. Parallel haben wir an der Entwicklung neuer, nachhaltiger Produkte gearbeitet, bei denen wir den Einsatz von Wasser und Chemikalien drastisch reduzieren konnten und die sich nahtlos in den Recycling-Kreislauf einfügen. Entstanden sind so z.B. die erfolgreiche, recycelbare und fluorcarbonfrei imprägnierte Hardshell-Kollektion (Keb Eco-Shell und Abisko Eco-Shell) sowie der aus recycelten PET Flaschen hergestellte Re-Kånken, bei dem ein besonders ressourcenschonendes Verfahren namens SpinDye zum Einsatz kommt. Unseren transparenten, ethisch korrekten und branchenführenden Daunen-Produktionsprozess – das Fjällräven Daunenversprechen – haben wir weiter optimiert und wurden hierfür auch von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten sehr gelobt. Aber auch bei unserem Materialklassiker G-1000 hat sich einiges getan und wir setzen vermehrt auf unsere nachhaltige Variante G-1000 Eco aus Bio-Baumwolle und recyceltem Polyester – zum Beispiel bei unserem Räven Rucksack.

Wo geht die Entwicklung von Fjällräven hin?

Wir möchten die weltweit nachhaltigste Marke der Outdoor-Branche sein. Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, bei dem es nicht einfach darum geht, der Beste zu sein. Wir wollen keine Rekorde brechen oder andere Unternehmen vom Markt drängen. Wir sind vielmehr davon überzeugt, dass ernsthaftes Engagement und Investitionen in die Nachhaltigkeit der einzig richtige Weg sind, ein zukunftsfähiges und erfolgreiches Unternehmen zu führen.

Ist man durch die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen gegenüber dem Wettbewerb benachteiligt?

Nachhaltig zu handeln und zu wirtschaften ist generell eine kluge Entscheidung, die nicht nur vorteilhaft für die Umwelt und die involvierten Personen ist, sondern auch für das Unternehmen selbst. Ich kann absolut keinen Nachteil darin sehen mit Weitblick zu planen und fair zu handeln – ganz im Gegenteil! Die Themen Nachhaltigkeit und faire Produktion eines Produktes oder einer Marke spielen schließlich beim Kaufentscheidungsprozess eine wichtige Rolle.

Wird man sich in Zukunft weiter um nachhaltige Produkte bemühen?

Absolut! Mit dem gesetzten Ziel die nachhaltigste Marke der Outdoor-Branche zu sein geht selbstverständlich einher, dass wir sowohl bei Neuentwicklungen als auch Verbesserungen bestehender Produkte stets nach umweltfreundlichen Lösungen Ausschau halten und diese entsprechend nutzen. Die Chancen sind hier schier unendlich, schließlich gibt es immer Raum für Verbesserungen – zum Beispiel bei der Entwicklung neuer, innovativer und nachhaltigerer Materialien und Designs oder der Anwendung neuer Technologien für ressourcenschonendere und effizientere Produktionsverfahren. Auch im geschlossenen Kreislauf, der das Recycling der Produkte am Ende ihres Lebenszyklus besser einschließt sehen wir großes Potenzial und arbeiten daher an neuen Lösungen. Eine der großen Herausforderungen der gesamten Industrie ist sicherlich die Schaffung von mehr Transparenz, die durch lange und meist undurchsichtige Lieferketten erschwert wird. Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und wollen stets genau wissen, woher unsere Rohstoffe und Materialien kommen, um möglichst transparente Produktions- und Lieferketten zu schaffen. Wir arbeiten darüber hinaus auch mit dem staatlich geförderten Forschungsinstitut Swerea zusammen, das im Bereich industrielle Wandlungsprozesse und nachhaltiges Wachstum forscht. Hier wird der Grundstein für zukünftige Innovationen gelegt, die es uns ermöglichen, mehr Materialien zu recyceln, ohne dabei Kompromisse im Bereich der Funktionalität eingehen zu müssen.

Was sind denn die spannendsten Projekte, an denen Sie aktuell arbeiten?

Spannende Projekte gibt es tatsächlich viele! Unter dem Arbeitstitel „Care and Repair“ arbeiten wir momentan zum Beispiel an einem Projekt, das Kunden darüber informieren soll, wie sie ihre Ausrüstung am besten pflegen, damit sie besonders lange hält, welche Ersatzteile wo erhältlich sind und wo man Ausbesserungen vornehmen lassen kann beziehungsweise was man sogar selbst machen kann. Denn wie schon erwähnt ist ein Produkt, das eine lange Lebensdauer besitzt und lange genutzt werden kann immer die nachhaltigste Lösung. Besonders am Herzen liegt mir aber unser neuestes Projekt rund um das Thema Wolle. Zusammen mit dem Brattlandsgården-Hof untersuchen wir aktuell die Möglichkeiten, die nachhaltige Produktion von Wolle und Wollbekleidung wieder nach Schweden zu holen und haben hierfür unsere eigenen Schafe. Von der ersten Wolle haben wir sogar schon einen Pullover und eine Mütze gestrickt. Die Idee zum Projekt entstand bei einem Gespräch über die Frage, warum jedes Jahr so viel schwedische Wolle entsorgt wird. Der Grund dafür ist, dass Schafzüchter in Schweden mittlerweile vorrangig Fleisch produzieren statt wie früher die Schafe für ihre Wolle gehalten haben. Wir prüfen ob es möglich ist, das Prinzip einer lokalen Produktionskette wiederzubeleben und auch noch heute und in größerem Maßstab anzuwenden. Das großartigste an diesem Projekt sind aber sicherlich die Schafe selbst. Mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich auf den Hof komme und mir die Schafe blökend entgegen trotten.

Vielen Dank für dieses tolle Interview! Jetzt haben wir für Sie noch ein spannendes Extra vorbereitet. Erleben Sie den Fjällräven Charme und gewinnen Sie 3×1 Räven 20L Rucksack von Fjällräven in unserem Gewinnspiel.

Gewinnspiel

Interview Fjällräven - Räven 20L von Fjällräven

Der Räven ist ein strapazierfähiger Rucksack mit reduziertem Design und durchdachten Verstaumöglichkeiten. Bequeme Schultergurte, separate Taschen für Laptop, Mobiltelefon und Sonnenbrille sowie verschiedene geräumige Staufächer machen diesen Rucksack zum idealen Begleiter für Alltag und Freizeit. Hergestellt ist er aus Fjällrävens G-1000 HeavyDuty Eco, einem Gewebe aus Bio-Baumwolle und recyceltem Polyester, das den Rucksack besonders strapazierfähig und nachhaltig zugleich macht.

Der Räven Rucksack ist also ein echter Allrounder. Stellt sich nur noch die Frage: Was würden Sie in Ihren Rucksack packen? Die 3 kreativsten Bilder werden ab dem 05.12.2016 hier veröffentlicht und gewinnen jeweils 1×1 Räven 20L in Ihrer Farbe nach Wahl (ohne Garantie). Senden Sie uns ihr Foto (max. 2MB) zu diesem Thema und Ihre Wunschfarbe bis einschließlich 30.11.2016 an gewinnspiel@taschenkaufhaus.de. Viel Erfolg!

Interview Fjällräven - 560 - Navy
560 – Navy
Interview Fjällräven - 602 - Meadow Green
602 – Meadow Green
Interview Fjällräven - 633 - Dark Olive
633 – Dark Olive
Interview Fjällräven - 647 - Copper Green
647 – Copper Green
Interview Fjällräven - 550 - Black
550 – Black
Interview Fjällräven - 539 - Lake Blue
539 – Lake Blue
Interview Fjällräven - 220 - Sand
220 – Sand
Interview Fjällräven - 330 - Redwood
330 – Redwood
Interview Fjällräven - 420 - Plum
420 – Plum
Interview Fjällräven - 160 - Ochre
160 – Ochre

 

 

 

Unsere Gewinnerbilder

Interview Fjällräven
Heino aus Schwerin
Interview Fjällräven
Jessica aus Ergolding
Interview Fjällräven
Jens aus Freudenberg

 

 

 

 

 

 

 

 

Titelbild und Farbfelder: © Fjällräven

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